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Kooperation zum Erhalt des jüdischen Friedhofs in Glückstadt unterzeichnet

Direkt neben dem Betriebshof der Stadtwerke Glückstadt liegt einer der 22 jüdischen Friedhöfe Schleswig-Holsteins. Dieser Friedhof ist fast so alt wie Glückstadt selbst: Er wurde im Jahr 1622 angelegt, der älteste erhaltene Grabstein stammt aus dem Jahr 1624.

Auf dem Gelände finden sich zahlreiche flache Grabplatten sephardischer Juden (aus Spanien und Portugal stammend) sowie einige stehende Grabsteine aschkenasischer Juden (deutschstämmig). Während der NS-Zeit wurden alle Grabsteine entfernt, das Gelände eingeebnet und die Steine eingelagert. In der Nachkriegszeit gelang es, den Friedhof so weit wie möglich wiederherzustellen. Von den ursprünglich 164 Grabsteinen blieben nur 100 erhalten. Bruchstücke tauchten später teils im Keller eines Pastors und sogar in einem Keller der Stadtwerke wieder auf.

Um den jüdischen Friedhof langfristig zu erhalten und zu pflegen, wurde eine Kooperation ins Leben gerufen. Daran beteiligt sind die Jüdische Gemeinschaft Schleswig-Holstein, das Detlefsengymnasium, die Stadt Glückstadt, das Detlefsenmuseum und die Stadtwerke Glückstadt. Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums übernehmen die Pflege des Friedhofs, entfernen Unkraut und befreien die Grabsteine von Moos und Flechten. Das Museum begleitet die historische Einordnung, während die Stadt und die Stadtwerke Materialien und Unterstützung bereitstellen.

Am 2. März wurde die Kooperation offiziell im Glückstädter Detlefsengymnasium unterzeichnet. Die Pflege des jüdischen Friedhofs bietet eine wertvolle Gelegenheit zu zeigen, dass jüdisches Leben und jüdische Geschichte in Glückstadt nicht nur in der NS-Zeit eine Rolle spielten. Jüdisches Leben reicht hier viel weiter zurück, war über Jahrhunderte hinweg prägend und ist ein bedeutender Teil der Stadtgeschichte.

Glückstadts Bürgermeister Rolf Apfeld, Torsten Fischer, Museumsleiter Christian Boldt und Schulleiterin Susanne Senftleben bei der Unterzeichnung der Kooperation:

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